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"Krieg, Krieg bleibt immer gleich."

Livi - 20. März 2019   \\\   Licht aus:

Mache es mir für einenen Moment gleich; nimm dir den Moment und überlege, was dir zu diesem Thema einfällt, welche Emotionen es in der hervorruft und behalte diese Gedanken nicht nur im Hinterkopf sondern habe sie vor Augen, wenn du den folgenden Text liest.

Krieg entsteht, wenn die Diskussion scheitert. Ist eine Partei nicht bereit zu diskutieren oder gar kooperieren, die andere aber auch nicht, dann sieht sich eine Partei gezwungen zu härteren Mitteln zu greifen. Dadurch können die kleinsten Streits zu den größten Schlachten und Massakern führen; ein Streit in Kombination mit Macht; ein Missverständnis, Verlangen oder ein Wille können für das Sterben von Millionen Menschen, das Auslöschen einer ganzen Nation oder der Verfolgung einer Religion verantwortlich sein. Wann herrschte bitte nicht irgendwo Krieg und Gewalt? Bürgerkriege, Revolutionen, Machtkämpfe; Krieg hat so viele Facetten, doch unterscheiden, das tun sie sich hauptsächlich nur in ihrer Intention: Bei den einen ist Krieg ein Resultat von Bürgerrechtsaktivismus um etwas zu verändern, bei den anderen ist es lediglich ein Akt aus Hass.
Jeder mit gesundem Menschenverstand würde zustimmen, dass diejenigen "gut" sind, die für Menschenrechte und das Allgemeingut einstehen und die, die andere aufgrund ihrer Identität verfolgen und auslöschen "böse" sind; aber mal davon abgesehen, dass gut und böse subjektive Begriffe sind: Dreht man das ganze um, kann man die Rolle der "Guten" und der "Bösen" problemlos tauschen. Sind beide Parteien bereit über Leichen zu gehen, haben beide sich zum Ziel genommen die andere Partei auszulöschen, so werden beide Parteien von sich behaupten die "Guten" zu sein, denn Krieg ist immer subjektiv.

Und damit kommen wir zum Hauptteil dieses Beitrages, dem Kriegs-Dilemma: Häufig gibt es keine Option sich rauszuhalten, sondern die Pflicht sich für eine der Parteien zu entscheiden. Aber wenn beide Seiten die jeweils andere auslöschen wollen, verschwimmen nicht nur die Grenzen zwischen "gut" und "böse", es erschwert einem auch die Wahl der Seite, häufig ohne die Möglichkeit sich zu enthalten. Im Endeffekt spielt es kaum eine Rolle, auf welcher Seite man steht, denn es besteht in beiden Fällen die Chance zu "verlieren". Egal, wie und ob man sich entscheidet, für die einen ist man ein Verräter, für die anderen tut man das einzig Richtige. Also gibt es überhaupt so etwas wie die "richtige" Seite? Und was bedeutet es, Krieg zu gewinnen?
Das sind Fragen bei denen ich nicht wüsste, wie man sie objektiv beantworten könnte. Zu siegen und zu gewinnen ist nicht dasselbe und da für gewöhnlich alle Parteien im Krieg Opfer erbringen und erleiden müssen, ist ein Sieg für gewöhnlich auch weder das kleinste Übel, noch ein wirklicher Gewinn. Gibt es überhaupt Gewinn im Krieg? Nachrichten suggerieren, dass eine Schlacht gewonnen oder verloren sei, meinen aber eigentlich, dass gesiegt oder eine Niederlage erlitten wurde. Gewinn und Verlust sind Folgen des Kreiges. Das einzige, was man im Krieg gewinnt oder verliert sind beispielsweise das Land, Menschen oder den Glauben. Kann man im Krieg wirklich von Gewinn sprechen, wenn doch eigentlich jeder etwas verliert?

Was ist mit Frieden? Ist Frieden ein Gewinn des Krieges? Nur weil ein Krieg endet, herrscht nicht automatisch Frieden, dabei ist Frieden für gewöhnlich eines der Ziele von Krieg und wohl auch einer der verwirrendsten Widersprüche: Für den Frieden kämpfen - Ich glaube das klingt nicht nur in meinen Ohren paradox. Gewalt für Harmonie oder eher Gewalt für Dissonanz. Nicht grundlos gibt es Kriege, die die Dekadenmarke um ein Vielfaches überschreiten. Krieg und Gewalt führen nicht zu einem Konsens, ihr Ziel ist kein Frieden, wenn der offizielle Diskurs bereits vorrüber ist. Das Ziel ist es nicht mehr die andere Partei zu überzeugen, sondern einzuschüchtern oder zu vernichten.
Aber wie sieht es aus, wenn sich eine Partei lediglich verteidigt und somit nicht aktiv für den Krieg kämpft? Ist eine solche Partei "gut"? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wenn ein Land eine Armee besitzt und mit dieser andere Nationen im Krieg unterstützt ist das meiner Ansicht nach nicht gut, denn keine Seite, die aktiv am Krieg beteiligt ist, ist vollkommen gut. Eine Armee zur nationalen Verteidigung hingegen, das ist eine andere Sache. Wird ein Land angegriffen, sollte es sich verteidigen dürfen, aber sollte es dashalb auch angreifen dürfen?

Das hat jede_r für sich selbst zu beantworten und das sollte wohl auch jede_r. Ich gebe hier lediglich ein paar Denkansätze und einen Einblick in meine Denkweise als Pazifist. Es lassen sich auch durchaus gegenteilige Ansichten im Netz finden. Und solange man für die eigene Ansicht argumentieren kann, ist dies natürlich keineswegs verwerflich. Wie gesagt, ich möchte niemanden überzeugen, ich möchte zum Denken anregen.

Salü.